Photovoltaik5 Min. Lesezeit
Photovoltaik im Winter: Wie viel Strom bringt die Anlage?
Im Dezember liefert eine Solaranlage in Schleswig-Holstein nur etwa ein Siebtel vom Juni. Was das für Ihre Rechnung heißt und warum sie sich trotzdem lohnt.

Wenn es im November um halb fünf dunkel wird, fragen sich viele Hausbesitzer: Bringt eine Solaranlage im Winter überhaupt etwas? Die ehrliche Antwort: wenig, aber nicht nichts. Und für die Frage, ob sich eine Anlage lohnt, ist der Winter weniger wichtig, als man denkt. Wir haben die Monatswerte für mehrere Orte in Schleswig-Holstein aus der EU-Datenbank PVGIS ausgewertet. Hier sehen Sie, was eine Anlage zwischen November und Februar wirklich erzeugt, was Schnee und Kälte ausmachen und wie Sie den Winterstrom am besten nutzen.
Die Zahlen: Winter gegen Sommer in Schleswig-Holstein
Ein Kilowattpeak (kWp) Solarleistung auf einem Süddach mit 35 Grad Neigung erzeugt in Schleswig-Holstein je nach Ort rund 970 bis 1.000 Kilowattstunden im Jahr. Wie ungleich das über die Monate verteilt ist, zeigt der Vergleich von Dezember und Juni, jeweils in Kilowattstunden je kWp:
- Kiel: Dezember 20, Juni 132
- Lübeck: Dezember 22, Juni 130
- Rendsburg: Dezember 19, Juni 131
- Husum: Dezember 19, Juni 133
- Flensburg: Dezember 16, Juni 131
Im dunkelsten Monat erzeugt eine Anlage also nur etwa ein Siebtel bis ein Achtel dessen, was sie im Juni schafft. Der Grund ist nicht die Kälte, sondern das Licht: Die Sonne steht im Dezember tief, scheint nur rund sieben Stunden, und oft liegt eine geschlossene Wolkendecke über dem Land. Flensburg liegt am nördlichsten, dort sind die Tage im Winter am kürzesten.
Die gute Nachricht: Die dunkle Phase ist kurz. Schon im Februar liefert eine Anlage in Kiel rund doppelt so viel wie im Dezember, im März etwa viermal so viel. Von April bis August erzeugt sie jeden Monat mehr als 110 Kilowattstunden je kWp. Wer im Herbst eine Anlage in Betrieb nimmt, sieht die ersten großen Erträge also schon wenige Monate später.
Was bringt eine Solaranlage auf Ihrem Dach?Gleich unter dem Beitrag ausrechnen, in einer Minute.Was das für ein Einfamilienhaus heißt
Nehmen wir eine Anlage mit 10 kWp auf einem Süddach in Kiel. Über das Jahr erzeugt sie rund 9.900 Kilowattstunden, im Juni etwa 1.300, im Dezember nur etwa 200. Ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch braucht im Winter rund 350 bis 400 Kilowattstunden im Monat, weil Licht und Geräte länger laufen.
Rechnerisch deckt die Anlage im Dezember also etwa die Hälfte des Verbrauchs. Tatsächlich direkt nutzen lässt sich weniger, denn der Strom kommt in wenigen Mittagsstunden, gebraucht wird er vor allem morgens und abends. Im Sommer ist es umgekehrt: Die Anlage erzeugt ein Mehrfaches dessen, was das Haus braucht. Der Überschuss wird eingespeist oder landet im Speicher.
Schnee, Frost und Kälte: Was wirklich zählt
- Kälte ist gut für die Module. Solarzellen arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter als in der Sommerhitze. An einem klaren, kalten Wintertag kann eine Anlage in der Mittagsstunde deshalb erstaunlich viel leisten.
- Schnee hält meist nicht lange. Auf geneigten Dächern rutscht er von den glatten Modulen ab, sobald die Sonne ein wenig wärmt. In Schleswig-Holstein liegt ohnehin selten lange Schnee.
- Bitte nicht selbst aufs Dach steigen, um Schnee oder Laub zu entfernen. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zu den paar Kilowattstunden. Über einer Haustür oder einem Weg kann ein Schneefanggitter sinnvoll sein, weil Schnee von Modulen schneller abrutscht als von Ziegeln.
- Raureif und Nebel kosten am Morgen etwas Ertrag, tauen aber meist bis zum Mittag ab.
So nutzen Sie den Winterstrom am besten
- Große Verbraucher in die Mittagsstunden legen: Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler mit Zeitvorwahl laufen lassen, wenn die Sonne am höchsten steht.
- Ein Speicher hilft im Winter weniger als im Sommer, weil selten Überschuss da ist. Er rechnet sich vor allem über die Monate von März bis Oktober.
- Steilere Module fangen die tiefe Wintersonne besser ein. Ein Süddach mit 35 bis 45 Grad Neigung ist im Winter im Vorteil gegenüber einer flachen Ost-West-Anlage.
- E-Auto am Wochenende mittags laden, wenn Sie zu Hause sind.
Und die Wärmepumpe im Winter?
Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom genau dann, wenn die Solaranlage am wenigsten liefert. Im Dezember und Januar deckt der eigene Solarstrom deshalb nur einen kleinen Teil davon. In der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, wenn noch geheizt wird und die Sonne schon kräftiger ist, passen beide gut zusammen, ebenso beim warmen Wasser im Sommer. Wer beides plant, sollte sich deshalb ehrlich durchrechnen lassen, wie viel Solarstrom wirklich in die Heizung fließt, statt mit Jahreswerten zu rechnen.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Produziert eine Solaranlage im Winter überhaupt Strom?
Ja, aber deutlich weniger. In Schleswig-Holstein liefert eine Anlage im Dezember etwa ein Siebtel bis ein Achtel dessen, was sie im Juni erzeugt. Auch bei bedecktem Himmel kommt etwas Strom, an klaren, kalten Tagen sogar überraschend viel.
Muss ich Schnee von den Modulen entfernen?
Nein. Auf geneigten Dächern rutscht Schnee meist von selbst ab, sobald die Sonne etwas wärmt. Steigen Sie dafür nicht aufs Dach, der Ertragsverlust ist klein.
Lohnt sich ein Stromspeicher im Winter?
Im Winter kaum, weil selten Überschuss da ist. Ein Speicher rechnet sich über die Monate von März bis Oktober, wenn die Anlage mittags mehr erzeugt, als das Haus braucht.
Lohnt sich Photovoltaik in Schleswig-Holstein trotz der dunklen Winter?
In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist der Jahresertrag von rund 970 bis 1.000 Kilowattstunden je kWp auf einem Süddach. Der schwache Winter ist darin schon eingerechnet.
Über diesen Beitrag
Eigenheim SH Redaktion
Eigenheim SH aus Rendsburg vermittelt Hausbesitzer in Schleswig-Holstein an ausgewählte Fachbetriebe aus der Region. Unsere Ratgeber erklären die Grundlagen, damit Sie gut vorbereitet ins Gespräch gehen – sie ersetzen keine persönliche Beratung zu Ihrem Haus.
Stand: Wer dahintersteht
Was würde eine Anlage bei Ihnen bringen?
Ein regionaler Fachbetrieb schaut sich Ihr Dach und Ihren Verbrauch an und rechnet Ihnen aus, was realistisch möglich ist.
- Kostenlos & unverbindlich
- 3–5 Minuten
- Partner aus Ihrer Region
Ersparnisrechner
Was könnte Ihnen eine Solaranlage sparen?
Drei Angaben, eine erste Hausnummer. Das genaue Ergebnis für Ihr Dach rechnet Ihr Ansprechpartner.
Steht auf Ihrer letzten Stromabrechnung.
Mit Stromspeicher?
Ihre Schätzung
Mögliche Ersparnis pro Jahr
1.070–1.450 €
- Anlagengröße ca.
- 6,5 kWp
- + Speicher ca. 6 kWh
- Strom vom eigenen Dach
- ~70 %
- Kosten ca.
- 13.400–16.400 €
- Hat sich bezahlt nach
- 11–13 Jahren
Kostenlos & unverbindlich · Ihre Angaben sind schon eingetragen
Ausführlich rechnen & Auswertung als PDF erhaltenUnverbindliche Schätzung, kein Angebot. Ertrag 941 kWh je kWp und Jahr (Landesdurchschnitt, Süd, 35° Dachneigung, bereits 5 % vorsichtiger gerechnet). Einspeisevergütung 7,7 ct/kWh, Eigenverbrauch des Haushalts ohne Speicher bis 35 %, mit Speicher bis 70 %. Kosten: Mittelwerte echter Angebote ±10 %, inklusive Montage, ohne Wärmepumpe und Wallbox. Kein steigender Strompreis eingerechnet. Dachfläche und Verschattung prüft Ihr Ansprechpartner vor Ort.
Quellen: Ertrag: PVGIS 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, Wetterdaten 2005–2023 · Kosten: Preisindex Photovoltaik der Verbraucherzentrale, Mittelwerte aus 71 Angeboten (Stand 28.08.2026) · Einspeisevergütung: EEG, Inbetriebnahme 01.08.2026 bis 31.01.2027.


