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Wärmepumpe im Altbau: So erkennen Sie, ob es passt
Eine Wärmepumpe im Altbau geht öfter, als viele denken. Mit welchem einfachen Test Sie es selbst prüfen, was getauscht werden muss und was es kostet.

„Eine Wärmepumpe im Altbau? Das funktioniert doch nur mit Fußbodenheizung und neuer Dämmung.“ Diesen Satz hören Fachbetriebe in Schleswig-Holstein fast jeden Tag. Er stimmt so nicht. Eine große Messreihe des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme hat gezeigt, dass Wärmepumpen auch in älteren, teils unsanierten Häusern effizient heizen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern eine einzige Zahl: die Temperatur, mit der Ihre Heizung das Wasser durch die Heizkörper schickt. Wie Sie diese Zahl selbst prüfen, was eventuell getauscht werden muss und was das kostet, lesen Sie hier. Stand dieses Beitrags: 3. November 2026.
Worauf es wirklich ankommt: die Vorlauftemperatur
Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft oder dem Boden und hebt sie auf die Temperatur, die Ihre Heizung braucht. Je niedriger diese Temperatur ist, desto weniger Strom braucht sie dafür. Diese Temperatur heißt Vorlauftemperatur: So warm ist das Wasser, wenn es aus dem Heizkessel in die Heizkörper fließt.
Alte Öl- und Gasheizungen sind oft auf 70 Grad oder mehr eingestellt, einfach weil es ging. Viele Häuser würden aber auch mit deutlich weniger warm. Bis etwa 55 Grad arbeitet eine moderne Wärmepumpe effizient. Liegt der Bedarf an den kältesten Tagen darüber, wird sie teurer im Betrieb, funktioniert aber trotzdem. Hochtemperatur-Wärmepumpen schaffen sogar 70 Grad, verbrauchen dann aber spürbar mehr Strom.
Wie viel Zuschuss bekommen Sie?Gleich unter dem Beitrag ausrechnen, in einer Minute.Der 55-Grad-Test: So prüfen Sie es selbst
Den wichtigsten Test können Sie in diesem Winter ohne Fachwissen machen. Sie brauchen dafür einen kalten Tag mit Frost und ein paar Minuten am Heizkessel.
- Stellen Sie an Ihrer Heizung die maximale Vorlauftemperatur auf 55 Grad. Bei vielen Geräten heißt das Menü „Heizkurve“ oder „Vorlauf max.“, im Zweifel hilft die Anleitung oder ein Anruf beim Heizungsbauer.
- Drehen Sie alle Heizkörperventile ganz auf.
- Lassen Sie die Heizung ein bis zwei kalte Tage so laufen.
- Werden alle Räume warm genug? Dann passt eine Wärmepumpe sehr wahrscheinlich. Bleiben einzelne Räume kühl, schreiben Sie auf, welche.
Die Liste der kühlen Räume ist Gold wert. Meist sind es zwei oder drei, in denen der Heizkörper zu klein ist oder ein großes Fenster viel Wärme verliert. Genau dort setzt der Fachbetrieb an. Wichtig: Stellen Sie die Heizung nach dem Test wieder zurück, wenn es zu kalt wird.
Müssen die Heizkörper raus?
Fast nie alle. Die Fraunhofer-Messungen haben gezeigt, dass ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen auskommen wie eine Fußbodenheizung. Eine Fußbodenheizung nachzurüsten ist im Bestand also kein Muss. Getauscht werden in der Regel nur die Heizkörper in den Räumen, die beim Test kühl geblieben sind. Dafür gibt es größere Heizkörper oder Modelle mit kleinem Lüfter, die bei niedriger Temperatur mehr Wärme abgeben.
Dazu kommt fast immer ein hydraulischer Abgleich. Dabei stellt der Fachbetrieb jedes Ventil so ein, dass jeder Raum genau so viel warmes Wasser bekommt, wie er braucht. Das senkt die nötige Vorlauftemperatur oft schon spürbar und ist für die Förderung ohnehin vorgeschrieben.
Erst dämmen, dann die Wärmepumpe?
Nicht unbedingt. Eine komplette Dämmung von Fassade und Dach kostet schnell mehr als die Wärmepumpe selbst, und viele Häuser kommen auch ohne aus. Sinnvoll sind kleine Maßnahmen mit großer Wirkung: die oberste Geschossdecke dämmen, undichte Fenster abdichten oder einzelne alte Fenster tauschen. Wer ohnehin eine Sanierung plant, sollte die Wärmepumpe darauf abstimmen, damit sie nach der Dämmung nicht zu groß ist.
Wie gut eine Wärmepumpe im Altbau läuft, misst die Jahresarbeitszahl: Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie so viele Kilowattstunden Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern kamen im Fraunhofer-Projekt im Schnitt auf 3,4. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.
Was es kostet und was die KfW übernimmt
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet mit Einbau meist zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Die Heizungsförderung der KfW (Zuschuss 458) übernimmt 2026 bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten, bei kleinem Einkommen bis zu 80 Prozent. Gefördert werden nicht nur das Gerät, sondern auch Einbau, Heizkörpertausch und hydraulischer Abgleich. Wie viel es bei Ihnen wäre, rechnen Sie im Zuschuss-Rechner weiter unten in einer Minute aus.
Im Betrieb hilft ein eigener Stromtarif für Wärmepumpen. Seit 2024 bekommen Wärmepumpen, die der Netzbetreiber in Ausnahmefällen kurz drosseln darf, ein ermäßigtes Netzentgelt. Und wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, deckt einen Teil des Wärmepumpenstroms selbst, vor allem in der Übergangszeit.
Was ein Fachbetrieb vor Ort prüft
- Die Heizlast: Wie viel Wärme braucht Ihr Haus am kältesten Tag? Daraus folgt die Größe der Wärmepumpe.
- Die Heizkörper: Welche reichen bei 55 Grad, welche müssen größer werden?
- Den Aufstellort: Wo steht das Außengerät mit genug Abstand zu Schlafzimmern und Nachbarn?
- Den Stromanschluss: Reicht der Zählerschrank, oder muss er erneuert werden?
- Die Förderung: Welche Boni passen, und wie lautet die Bestätigung für den KfW-Antrag?
Bringen Sie zum Termin, wenn möglich, die Ergebnisse Ihres 55-Grad-Tests und die Verbräuche der letzten drei Jahre mit. Damit wird die Planung genauer und das Angebot belastbarer.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?
Ja, in den meisten Fällen. Ausreichend große Heizkörper kommen mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie eine Fußbodenheizung. Oft müssen nur einzelne zu kleine Heizkörper getauscht werden.
Wie erkenne ich, ob mein Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist?
Mit dem 55-Grad-Test: Stellen Sie an kalten Tagen die maximale Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf 55 Grad. Werden alle Räume warm, passt eine Wärmepumpe sehr wahrscheinlich.
Muss ich vor dem Einbau einer Wärmepumpe dämmen?
Nicht unbedingt. Kleine Maßnahmen wie die Dämmung der obersten Geschossdecke helfen, eine komplette Dämmung ist oft nicht nötig. Der Fachbetrieb berechnet die Heizlast für den heutigen Zustand.
Wird der Heizkörpertausch gefördert?
Ja. Bei der KfW-Heizungsförderung zählen Heizkörpertausch und hydraulischer Abgleich zu den förderfähigen Kosten, wenn sie zusammen mit der Wärmepumpe gemacht werden.
Wie effizient ist eine Wärmepumpe im Altbau?
Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern erreichten im Feldtest des Fraunhofer ISE im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, also aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme.
Über diesen Beitrag
Eigenheim SH Redaktion
Eigenheim SH aus Rendsburg vermittelt Hausbesitzer in Schleswig-Holstein an ausgewählte Fachbetriebe aus der Region. Unsere Ratgeber erklären die Grundlagen, damit Sie gut vorbereitet ins Gespräch gehen – sie ersetzen keine persönliche Beratung zu Ihrem Haus.
Stand: Wer dahintersteht
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Fünf Angaben, eine erste Zahl nach den aktuellen Regeln der KfW. Den genauen Betrag bestätigt die KfW mit Ihrem Antrag.
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Welche Heizung wird ersetzt?
Steht im Steuerbescheid, meist deutlich unter dem Brutto.
Für ein Einfamilienhaus oft 25.000 bis 35.000 €, genau sagt es das Angebot.
Wann stellen Sie den Antrag?
Ihre Schätzung
Möglicher Zuschuss
12.880 €
46 % von 28.000 € förderfähigen Kosten
- Grundförderung
- 30 %
- Klima-Bonus
- 16 %
- Einkommens-Bonus
- 0 %
- Ihr Eigenanteil ca.
- 17.120 €
Bei Antrag ab Februar 2027 wären es rund 1.435 € weniger. Es zählt das Datum des Antrags, nicht des Einbaus.
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Unverbindliche Schätzung nach der KfW-Heizungsförderung (Zuschuss 458), Stand Oktober 2026. Klima-Bonus nur für selbst nutzende Eigentümer beim Tausch einer Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer Gas- oder Biomasseheizung ab 20 Jahren. Der für 2027 angekündigte Wertschöpfungsbonus (Herkunft der Wärmepumpe) ist nicht eingerechnet, weil die Regeln noch nicht feststehen. Wichtig: Antrag vor dem Auftrag stellen, Vertrag nur mit Bedingung der Förderzusage. Quelle: KfW, Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458).


