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Baufinanzierung in Schleswig-Holstein: So gehen Sie den Ablauf richtig an

Eigenheim SH Redaktion7 Min. Lesezeit

Die Baufinanzierung entscheidet oft mehr über die monatliche Belastung als der Kaufpreis selbst – ein Zinsunterschied von wenigen Zehntelprozent kann über die Laufzeit mehrere Tausend Euro ausmachen. Wer den Ablauf kennt, verhandelt entspannter und vermeidet die häufigsten Fehler: zu knappes Eigenkapital, ein zu kurzer Zinsvergleich oder eine Rate, die im ersten Anlauf zu optimistisch kalkuliert ist.

Wie viel Eigenkapital ist realistisch nötig?

Als grobe Orientierung gilt: Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) sollten möglichst aus Eigenkapital gedeckt werden, da eine Finanzierung dieser Kosten die Konditionen spürbar verschlechtert. Je mehr darüber hinaus an Eigenkapital vorhanden ist, desto niedriger meist der Zinssatz – die genaue Schwelle unterscheidet sich je nach Bank und aktueller Marktlage, weshalb ein persönlicher Vergleich mehr bringt als eine pauschale Prozentzahl aus dem Internet.

Welche Unterlagen die Bank sehen will

  • Gehaltsnachweise der letzten drei Monate (bei Angestellten) bzw. Steuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre (bei Selbstständigen).
  • Aktuelle Vermögensübersicht: Sparguthaben, Wertpapierdepots, bestehende Kredite.
  • Objektunterlagen: Exposé, Grundriss, bei Neubau die Baubeschreibung.
  • SCHUFA-Selbstauskunft – kostenlos bei der SCHUFA anzufordern, sollte spätestens beim ersten Bankgespräch vorliegen.

Praxistipp

Holen Sie mindestens zwei bis drei unabhängige Angebote ein, bevor Sie sich für eine Bank entscheiden – auch bei vermeintlich guten Hausbank-Konditionen. Ein Finanzierungsvermittler vergleicht in der Regel deutlich mehr Anbieter, als Sie selbst in vertretbarer Zeit anfragen könnten.

Zinsbindung: kurz, lang – oder gestaffelt?

Eine lange Zinsbindung (15–20 Jahre) gibt Planungssicherheit, kostet aber meist einen Zinsaufschlag gegenüber kürzeren Laufzeiten. Wer die monatliche Rate niedrig halten und flexibel bleiben will, kann auch über eine gestaffelte Finanzierung oder Sondertilgungsrechte nachdenken – wichtig ist, das gemeinsam mit einem Berater gegen die eigene Lebensplanung zu spiegeln, nicht nur gegen den aktuellen Zinssatz.

Anschlussfinanzierung nicht verschlafen

Läuft die erste Zinsbindung aus, folgt meist eine Anschlussfinanzierung für die Restschuld. Wer sich hier rechtzeitig kümmert – idealerweise ein bis anderthalb Jahre vorher – kann von einem Forward-Darlehen profitieren und sich das aktuelle Zinsniveau schon vorab sichern, statt kurzfristig auf die Konditionen der Hausbank angewiesen zu sein.

Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?
Als grobe Richtschnur sollten die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital gedeckt sein. Je mehr Eigenkapital darüber hinaus eingebracht wird, desto besser meist die Konditionen – die genaue Höhe hängt von Bank, Objekt und Bonität ab.
Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?
Etwa ein bis anderthalb Jahre vor Ablauf der Zinsbindung, um von einem Forward-Darlehen profitieren zu können und nicht unter Zeitdruck zu verhandeln.
Lohnt sich ein unabhängiger Finanzierungsvermittler gegenüber der Hausbank?
In der Regel ja, da Vermittler mehr Banken parallel vergleichen können. Ein Vergleich von mindestens zwei bis drei Angeboten wird generell empfohlen, unabhängig vom gewählten Weg.

Ein unverbindliches Erstgespräch mit einem regionalen Finanzierungsspezialisten kostet nichts, zeigt aber meist innerhalb weniger Tage, in welchem Rahmen sich Ihr Vorhaben realistisch bewegt.

Bereit für den nächsten Schritt?

Ein paar Minuten, ein paar Fragen – dann meldet sich Ihr persönlicher regionaler Ansprechpartner.